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 Bundesgartenschau 2005

Bundesgartenschau 2005

Perspektivenwechsel

rem_ton – der Klang der Schritte oder eine Reise in verborgene Räume

red dot steps Das Material Ton kann Bewegung unmittelbar aufnehmen und im Raum als Spur, als Relief oder als dreidimensionalen Körper darstellen. Die Schritt- und Bewegungsabfolgen werden analog aufgenommen und abgebildet. Selbst in gebranntem Zustand bilden die rem_ton Bodenreliefs die Begegnung von Material und Dynamik ab. Sie spiegeln erstarrte Bewegung. Die 100 cm großen Terrakotten sind auf verschiedenen Raumebenen als Gruppierungen geordnet. Von Kreisform und Kugel als Grundform ausgehend tragen die Hohlkörper aus frostsicherem Material der Fa. GIMA Texturen die Abdrücke von modernem Freizeitschuhwerk die an biomorphe Formen an Gitterstrukturen aus der Bionik* erinnern.



tube pipe

Bionische Zeitreise:

Im Mikroskop kommen Bilder zum Vorschein, die unmittelbar wenig Ähnlichkeit mit uns bekannten Strukturen haben und zugleich die Erinnerung an Traumgeflechte aus der REM-Phase, (Rapid-Eye-Movement) des Schlafes erwecken.

Je weiter man am REM (Raster Elektronen Mikroskop) in diese dem bloßen Auge verborgenen Räume reist, desto intensiver wird die Erinnerung. Nach der 5.000fachen Vergrößerung der Einzeller kippt das Bild und es erscheinen Formationen, die an komplexe Großstrukturen wie Korallenriffe erinnern.

Das Silikat der Diatomeen und Radiolarien bildet seit dem Präkambrium den Grundbestand lehmreicher Gegenden und versinnbildlicht zugleich das Digitalzeitalter.

Platten

Die µ-kleinen Einzellerpflanzen und Tiere sind von vielgestaltigen Silizium-Panzern umgeben, deren Aufbau noch nicht enträtselt werden konnte.

Mein Wunsch diese runden Bildausschnitte dreidimensional zu formen kam beim Blick in das REM. Bei extremen Vergrößerungen entstehen erstaunliche Bilder von lebendigen Ordnungssystemen. Diese Welten, nichtlineare Ordnungen, erlauben einen Blick in die Zukunft der Dinge.


* Die Beschäftigung mit dem Raum und seinen hybriden Strukturebenen führte mich zur Bionik (= Herleitung komplexer Zusammenhänge und nichtlinearer Wirkungsweisen aus der Natur).