siehe Einladung Beschreibung siehe Kapelle siehe Skizzen siehe Detailfotos siehe Projektionen siehe Offene Mauern siehe Home 

© NELE STRÖBEL

nele@nele-stroebel.de

OFFENE MAUERN

Eine Rauminstallation mit Projektionen

für die Kapelle St. Stephan, Regensburger Dom
07. bis 16.09.2007

Beschreibung des Projekts

Wo beginnt der innere Raum, die stille, private Kontemplation und wo wird er über die Liturgie in die Gemeinschaft transformiert und öffentliches Bekenntnis.

 

Der Ort:

Die rätselhafte Kapelle St. Stephan aus dem 11. Jahrhundert.
Der Grundriss besteht aus zwei aneinander gereihten Quadraten, mit Rundnischen in den ausgehöhlten Mauern umsäumt. Natürliches Licht fällt durch die Südfenster vom Kreuzgarten her. Die Wände sind sandsteingelb mit wenigen Resten von Fresken. Die Empore über der Quadrathälfte des Eingangsportals führt in den Dom. In der Ostapsis steht ein Blockaltar aus Kalkstein, 10 cm x 121 cm x 138/143 cm. Seine Vorderfront ist mit acht Spitzbögen mit Kreuzen und Rundlochungen gestaltet. Der Kastenaltar ist auch von der Rückfront und den Seiten her perforiert. Er wurde, an anderer Stelle, im 10. Jahrhundert über einem Bodengrab verwendet.

Grundriss Stephanskapelle
nach unten

"Offene Mauern".

Montage/Handzeichnung Die Form- und Farbsprache erinnerte mich bei meinem Besuch im Januar diesen Jahres an die Kontemplationselemente die ich gerade im Atelier modellierte. Die "Rem-Mauern" oder "Offenen Mauern" bestehen aus weißen Tonquadern, deren Außenhülle aus Normziegelmassen ermittelt wurde. Die Seitenwände sind mit großen Gucklöchern perforiert. Durchleuchtet werden im Innenraum der Quader malerische Kompositionen aus tönernen Kugeln, Spiralen, Bändern und Zylinderkörpern sichtbar. Diese sind aus der gleichen weißen Schamotte wie die Außenhaut modelliert und gebrannt.

Das lebendige "Caos" dieser individuell geformten Innenräume lässt an den Blick in ein "R.aster E.lektronen M.ikroskop", dessen Vergrößerungsmaßstab Teilchen aus dem Nano-Bereich sichtbar macht, denken.

"Rem" ist ein Begriff, den ich schon öfter im Zusammenhang mit modellierten Arbeiten verwendet habe. Er bedeutet auch "R.apide.E.ye.M.ovement" – die Phase des Tiefschlafs, in der wir individuelle Eindrücke und Erfahrungen des vergangenen Tages in unser Unterbewusstes kopieren und es in unseren Erinnerungsspeichern ordnen.

Als Zweite Ebene entstanden "Raumhälften", die zweigeschossige "aufgeräumte" Innenräume im Schnitt darstellen. Sie untersuchen das Innere der Mauersteine und zeichnen es in präzisierter Weise nach.

nach unten

Die Rauminstallation "Offene Mauern" in der Stephanskapelle arbeitet mit weißer Terrakotta und Beamer-Projektionen aus dem Inneren der Quader.

Blick in einen Quader

Die "Offenen Mauern" ergänzen die Rundnischen im Grundriss zum Kreis. Radial aufeinander gestellt bilden sie Orte der Kontemplation. Ihr Inneres wird durch auf dem Fußboden aufgestellte Leuchten einsehbar und zum unmittelbaren Erlebnis.

Einzelne Innenräume werden durch Projektion in kreisender Bewegung von der Empore aus in den gesamten Kapellenraum projiziert.

Auf der Fläche vor den Altarstufen liegen die getrennten Raumhälften in einer quadratischen Fläche. Die Terrakotten sind einen Zentimeter mit Wasser gefüllt und bilden eine Spiegelung der Raumkörper und Projektionen.

nach unten

Fazit.

Blick in einen Quader

Die Raumarbeit "Offene Mauern" erzeugt einen Raumklang zwischen der inneren und der äußeren Welt des Betachters. Aus dem elementaren Medium Ton und den technisch übersetzten Projektionsbildern entsteht eine spannungsreiche Komposition.
Mit den Mitteln Analog versus Digital und Lowtech versus Hightech erkundet die Installation die Schnittstelle zwischen dem privaten und dem öffentlichen Raum.
"Offene Mauern" in der Stephanskapelle reflektiert Kontemplationsformen künstlerisch und macht sie sinnlich erfahrbar.

nach unten
nach oben